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Weitere Verhütungs-methoden

Das Hormonstäbchen (Implanon®)

Sicherheit: Pearl Index >0,1Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten: NeinKosten: CHF 315 für das Implanon® plus Kosten für das Einlegen.Zusammen CHF 500 für eine Wirkungszeit von 3 Jahren.

Das vier Zentimeter lange Kunststoffstäbchen wird durch einen Arzt oder eine Ärztin auf der Innenseite des Oberarms direkt unter die Haut eingesetzt. Dort gibt es danach kontinuierlich das Hormon Gestagen ab. Dieses Hormon verhindert den Eisprung und verändert den Schleim im Gebärmutterhals und den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut. Der Schutz vor einer Schwangerschaft besteht während rund drei Jahren. Das Hormonstäbchen ist sehr sicher und Fehler in der Anwendung, wie sie bei der Pille vorkommen können, sind ausgeschlossen. Die Monatsblutungen können, vor allem im ersten halben Jahr nach dem Einsetzen, sehr unregelmässig sein. Oft bleiben sie auch ganz aus. Die möglichen Nebenwirkungen sind ähnlich denjenigen der Pille (siehe „Pille/Nebenwirkungen“). Das Stäbchen kann jederzeit durch einen Arzt bzw. eine Ärztin wieder entfernt werden.

Der Verhütungsring (Nuvaring®)

Sicherheit: Pearl Index 0,3 – 3
Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten: Nein
Kosten: CHF 25 pro Monat

Der Verhütungsring ist ein weicher flexibler Ring aus Medizinalkunststoff. Er wird von der Frau selbst in die Scheide eingeführt, ganz ähnlich wie ein Tampon. Dort gibt der Ring durch die Scheidenwand Östrogen und Gestagen in den Blutkreislauf ab. Die Hormonmenge entspricht derjenigen einer niedrig dosierten Pille und auch die Wirkung ist die gleiche. Nach drei Wochen wird der Ring entfernt. In der ringfreien Woche findet eine Abbruchblutung statt. Danach muss ein neuer Ring pünktlich eingeführt werden. Der Ring kann beim Stuhlgang oder beim Tampon wechseln versehentlich aus dem Körper ausgeschieden werden, was nicht immer bemerkt wird. Falls sich der Ring zwölf Stunden oder länger nicht in der Scheide befunden hat, muss während sieben Tagen zusätzlich mit Kondomen verhütet werden. Für einige Frauen und ihre Partner ist der Ring beim Geschlechtsverkehr spürbar. Er kann daher maximal drei Stunden entfernt werden. Die möglichen Nebenwirkungen sind ähnlich wie bei einer tief dosierten Pille, wobei der Zyklus meist stabiler ist und es kaum zu Zwischenblutungen und zu einer Gewichtszunahme  kommt. Der Verhütungsring kann Scheidenentzündungen auslösen. Langzeitstudien gibt es keine, da der Ring erst seit 2004 auf dem Markt ist.

Das Verhütungspflaster (Evra® Patch)

Sicherheit: Pearl Index 0,9 – 2
Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten: Nein
Kosten: CHF 25 pro Monat

Evra®, ein beigefarbenes Hormonpflaster, welches auf die Haut geklebt wird, gibt während sieben Tagen die Hormone Östrogen und Gestagen ab. Sie werden vom Körper über die Haut aufgenommen. Die Hormonmenge entspricht der einer tief dosierten Pille und auch die Wirkung ist die gleiche. Nach sieben Tagen muss jeweils ein neues Pflaster aufgeklebt werden. Nach drei Wochen erfolgt eine pflasterfreie Woche, in der eine Abbruchblutung einsetzt. Das Pflaster kann auf dem Bauch, dem Gesäss, dem Oberkörper (ausser auf der Brust) oder der Aussenseite des Arms aufgeklebt werden. Duschen, Baden und Sauna beeinträchtigen dessen Wirkung nicht. Das Pflaster haftet in der Regel gut, es sollte jedoch vor dem Aufkleben keine Körperlotionen oder -crèmen aufgetragen werden. Nach dem Duschen oder Baden muss der Sitz des Pflasters überprüft werden. Fällt ein Pflaster ab, muss im Zeitraum von 24 Stunden ein neues Pflaster aufgeklebt werden. Wenn dies später geschieht, muss während sieben Tagen zusätzlich mit Kondomen verhütet werden. Die möglichen Nebenwirkungen sind ähnlich wie bei einer niedrig dosierten Pille, wobei der Zyklus meist stabiler ist und es kaum zu Zwischenblutungen und zu einer Gewichtszunahme kommt. Am Anfang verursacht das Pflaster manchmal Hautirritationen. Langzeitstudien gibt es keine, da das Pflaster erst seit 2004 auf dem Markt ist.

Die Dreimonatsspritze

Sicherheit: Pearl Index 0,1-1,2
Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten: Nein
Kosten: CHF 50 alle drei Monate

Das Präparat enthält ein lang wirkendes Hormon, das in den Gesässmuskel gespritzt wird und von dort langsam in den Kreislauf gelangt. Die Wirkung ist die gleiche wie bei der Pille. Nach zehn Wochen sinkt der Hormonspiegel wieder ab und die Spritze muss wiederholt werden. Nebenwirkungen wie unregelmässige oder gänzlich ausbleibende Blutungen, Brustspannen, Gewichtszunahme und Stimmungsschwankungen treten häufig auf. Nach Absetzen der Spritze kann es einige Zeit dauern, bis sich der Zyklus normalisiert hat und wieder regelmässige Eisprünge stattfinden.

Die Hormonspirale (Mirena ®)

Sicherheit: Pearl Index 0,2 - 0,5
Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten: Nein
Kosten: CHF 300 für Spirale plus Einlegen und Nachkontrolle.
Zusammen CHF 500 für eine Wirkungszeit von 5 Jahren.

Die Hormonspirale besteht aus einem T-förmigen Kunststoff. Sie wird durch einen Arzt bzw. eine Ärztin in die Gebärmutter eingelegt und gibt dort Gestagen in kleiner Konzentration ab. Dadurch wird der Schleim im Gebärmutterhals dichter und für Spermien schwer passierbar. Auch die Gebärmutterschleimhaut wird nicht ausreichend aufgebaut und dadurch wird die Möglichkeit reduziert, dass sich eine befruchtete Eizelle einnisten kann. Bei manchen Anwenderinnen wird ebenfalls der Eisprung unterdrückt. Etwa sechs Wochen nach dem Einlegen der Spirale wird mittels Ultraschall der richtige Sitz  kontrolliert. Die Hormonspirale weist  eine hohe Sicherheit auf und ist fünf Jahre lang wirksam. Bei Frauen mit einer starken Menstruationsblutung konnte eine Reduktion der Blutung beobachtet werden. Das Einsetzen der Hormonspirale kann bei Frauen, die noch nie geboren haben, etwas schwieriger sein. Sie ist aber auch für junge Frauen geeignet. Zu den möglichen Nebenwirkungen gehören – vor allem in den ersten Monaten –Zyklusstörungen, Schmierblutungen, Kopfschmerzen, Spannungsgefühl in den Brüsten und gelegentlich Akne. Häufig bleibt die Menstruationsblutung ganz aus. Für Frauen mit starken Menstruationsbeschwerden, kann dies von Vorteil sein.

die Kupferspirale

Sicherheit: Pearl Index: 0,3 - 3Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten: NeinKosten: CHF 50 für Spirale plus Einlegen und Nachkontrolle. Zusammen CHF 200. für eine Wirkungszeit von 5 Jahren.

Die Kupferspirale besteht aus einem T-förmigen Kunststoff, dessen Schaft mit  Kupferdraht umwickelt ist. Sie wird während der Menstruation durch einen Arzt bzw. eine Ärztin in die Gebärmutter eingelegt, weil dann der Gebärmuttermund durch die Blutung bereits leicht geöffnet ist. Der richtige Sitz wird sechs Wochen nach dem Einlegen mittels Ultraschall kontrolliert. Die Spirale wird vom Organismus als Fremdkörper identifiziert. Als Reaktion darauf ruft der Körper Abwehrzellen auf den Plan, wodurch eine Art Dauerreizung ausgelöst wird, die bis in die Eileiter reicht. Die Abwehrzellen können auch die Samenzellen und die Eizelle vernichten. Durch die kleine Menge von Kupfer, welche aus der Spirale in die Gebärmutter gelangt, werden die Spermien zudem in ihrer Beweglichkeit gehemmt, so dass sie nicht bis zur Eizelle gelangen können. Die Spirale gilt als sicheres Verhütungsmittel. Ihre Wirkungsdauer beträgt fünf Jahre. In dieser Zeit braucht sich eine Frau nicht um Verhütung zu kümmern und der natürliche Zyklus wird nicht gestört. Zunehmend wird die Kupferspirale auch bei Frauen angewendet, die noch nie geboren haben. In der Anfangszeit nach der Einlage kann es zu Schmierblutungen und leichten Krämpfen kommen, weil sich die Gebärmutter zuerst an den Fremdkörper gewöhnen muss. Viele Frauen haben mit der Spirale stärkere Monatsblutungen und Regelschmerzen. Entzündungen der Gebärmutter oder der Eileiter treten unter der Spirale etwas häufiger auf. Auch Eileiterschwangerschaften gelten als mögliche Nebenwirkung der Spirale.

 

Gels, Zäpfchen, Schaum und Crèmes, Chemische Verhütungsmittel

Sicherheit: Pearl Index 4 – 25
Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten: Nein
Kosten: CHF 18 Fr für zehn Zäpfchen

Die meisten chemischen Methoden funktionieren auf ähnliche Weise: Sie bestehen aus einer wachs - oder gelartigen Substanz, die sich durch die Körperwärme in der Scheide auflöst und einen zähen Schleim vor dem Muttermund bildet. Die meisten chemischen Mittel enthalten den Wirkstoff Nonoxinol, der die Samen abtötet. Die natürlichen Mittel enthalten Zitronen oder Milchsäure und hemmen nur die Beweglichkeit der Samenzellen. Sie sind somit weniger sicher aber auch weniger belastend für die Gesundheit. Damit sich die Substanz vollständig auflösen und ihre Wirkung entfalten kann, müssen die Mittel zehn Minuten vor jedem Geschlechtsverkehr angewendet werden. Grundsätzlich sind diese Mittel als alleinige Verhütungsmethode nicht sicher und deshalb nur in Kombination mit einer anderen Methode zu empfehlen. Die chemischen Mittel mit Nonoxinol können die Scheide und den Penis reizen. Crèmen und Zäpfchen, die nicht auf Wasserbasis entwickelt wurden, dürfen nicht zusammen mit einem Kondom verwendet werden, denn die Fette und Öle darin können den Gummi schwächen und dazu führen, dass er reisst.

Das Diaphragma        

Sicherheit: Pearl Index 2 – 18
Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten: Nein
Kosten: CHF 35 für Diaphragma plus Konsultation für die Anpassung, Beratung und Nachkontrolle. Zusammen CHF 210

Das Diaphragma ist eine kleine Gummikappe, die in verschiedenen Grössen erhältlich ist. Es muss bei einer Frauenärztin / einem Frauenarzt in der Praxis oder bei einer Hebamme in einem Familienplanungszentrum individuell angepasst werden. Das Diaphragma verhindert das Zusammentreffen von Ei und Samenzelle, indem es den Zugang zur Gebärmutter versperrt. Es muss zwei Stunden vor dem Geschlechtsverkehr in die Scheide eingeführt und vor den Muttermund platziert werden. Das braucht etwas Übung. Ein Diaphragma wird vor dem Einführen meist mit einem Mittel bestrichen, das die Samenzellen abtötet. Heute sind fast ausschliesslich nur noch biologische Gels erhältlich, die besser verträglich aber auch weniger sicher in der Wirkung sind. Das Diaphragma darf frühestens acht Stunden nach dem letzten Samenerguss entfernt werden, denn so lange sind die Samenzellen in der Scheide lebensfähig. Bei richtigem Gebrauch ist das Diaphragma so sicher wie ein Kondom. Es wird von Frauen gewählt, die einen bewussten Umgang mit ihrem Körper, ihrer Fruchtbarkeit und Sexualität wünschen. Bei Frauen mit einer Beckenbodenschwäche ist das Diaphragma nicht geeignet. Der Gebrauch des Diaphragmas ist in den letzten Jahren zurückgegangen, so dass es nicht mehr überall erhältlich ist.

Die Portiokappe

Sicherheit: Pearl Index: 2 – 18
Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten: Nein
Kosten: CHF 45 für Portiokappe plus Konsultation für Anpassung, Beratung und Nachkontrolle. Zusammen CHF 230

Die Portiokappe funktioniert wie das Diaphragma, wird aber über den Muttermund gestülpt und saugt sich dort fest. Auch die Portiokappe muss durch einen Fachmann / eine Fachfrau angepasst werden. Sie muss jeweils 30 Minuten bis 1 Stunde vor dem Geschlechtsverkehr eingeführt werden, damit sie sich am Gebärmutterhals festsaugen kann. Frühestens acht Stunden nach dem letzten Samenerguss darf sie wieder entfernt werden. Weil sich die Portiokappe festsaugt, eignet sie sich auch für Frauen mit Beckenbodenschwäche. Bei korrekter Anwendung ist die Portiokappe so sicher wie ein Kondom.

Sterilisation

Sicherheit: Pearl Index: 0,1-0,8
Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten: Nein
Kosten: Beim Mann CHF 700-1000, bei der Frau CHF 1000-2000

Das Verschliessen von Eileitern oder Samensträngen - medizinisch Sterilisation genannt - gilt vom Prinzip her als endgültige Methode der Empfängnisverhütung und ist deshalb nur dann zu empfehlen, wenn die persönliche Familienplanung abgeschlossen ist. Eine Sterilisation kann zwar theoretisch rückgängig gemacht werden, die Erfolgsaussichten sind jedoch, je nach Voraussetzungen, unterschiedlich gross. Die Sterilisation gilt als eine der sichersten Verhütungsmethoden.

Der Eingriff bei der Frau: Bei der Sterilisation der Frau werden die Eileiter durchtrennt, abgeklemmt oder verödet. Die Samenzellen können danach nicht mehr zur Eizelle gelangen. Die reife Eizelle wird vom Körper abgebaut. Eisprung, Monatsblutung, Hormonhaushalt und Lustempfinden bleiben davon unberührt. Die Operation kann stationär und ambulant (mit oder ohne Übernachtung) durchgeführt werden. Es braucht dafür eine Vollnarkose und es ist ein kleiner Schnitt am Bauchnabel notwendig. Bei der Frau ist die Sterilisation ein grösserer Eingriff als beim Mann.

Der Eingriff beim Mann: Bei der Sterilisation des Mannes werden die Samenleiter durchtrennt oder mit einem Clip verschlossen. Lustempfinden, Orgasmusfähigkeit und Potenz bleiben davon unberührt. Um die Sterilisation durchzuführen wird, meist unter örtlicher Betäubung, ein kleiner Schnitt seitlich am Hodensack gemacht. Der Eingriff dauert etwa 20 Minuten. Beim unterbundenen Mann werden die Samenzellen vom Körper abgebaut. Es kommt jedoch weiterhin zu einem Erguss, da die Spermien nur etwa 10 % des Ejakulats ausmachen und der restliche Teil der Flüssigkeit aus verschiedenen Drüsen stammt.

Coitus Interruptus 
(auch abgebrochener Geschlechtsverkehr, Aufpass-Methode oder Rückzieher)

Sicherheit: Pearl Index 8 – 18
Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten: Nein
Kosten: keine

Beim Coitus Interruptus wird der Penis vor dem Samenerguss aus der Scheide gezogen um zu verhindern, dass die Samenflüssigkeit in die Scheide beziehungsweise später in die Gebärmutter gelangt. Der Coitus Interruptus ist eine äusserst unsichere Verhütungsmethode und nicht zu empfehlen, da der Austritt von Samenflüssigkeit auch schon an der Grenze zum eigentlichen Orgasmus möglich ist. Zudem können sich auch im Vor- oder Lusttröpfchen bereits Samenzellen in einer für eine Befruchtung ausreichenden Menge befinden.

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